Hochschulen in Deutschland

 

hochschule

Die Hochschule gehört zum tertiären Bildungsbereich und damit zu dem Bereich der im Bildungswesen nach einer abgeschlossenen Sekundarschulausbildung auf den Beruf und speziell auf höhere Positionen im Berufsleben vorbereitet. Die Hochschulen werden dabei in fünf Kategorien eingeteilt, wie z.B. wissenschaftliche Hochschulen oder künstlerisch orientierte Hochschulen. Obwohl Volkshochschulen das Wort "Hochschule" im Namen tragen, handelt es sich bei diesen nicht um Hochschulen, sondern um Einrichtungen des quartären Bildungsbereichs. Sie sind somit für die Weiterbildung verantwortlich. 

Im Jahr 2014 gab es in Deutschland 423 Hochschulen mit insgesamt 2,7 Millionen Studierende, die von 45013 Professoren betreut werden, sodass im Durchschnitt ein Professor ca. 52 Studenten betreut. Im Vergleich zu Eliteuniversitäten wie Harvard oder Cambridge mit Betreuungsverhältnissen von 1:10 stehen die deutschen Hochschulen deutlich schlechter dar. Die Ausgaben der öffentlichen und privaten Hochschulen im Jahr 2010 beliefen sich auf 41,2 Milliarden Euro. 

Die Schaffung eines rechtlichen Rahmens für die Hochschulen ist dabei Ländersache. Aus diesem Grund erklärt sich auch die zwischenzeitliche konfuse Situation zu den Studiengebühren, die inzwischen aber in allen Bundesländern abgesehen von Langzeitstudiengebühren abgeschafft worden sind. Davon unabhängig werden weiterhin Studienbeiträge erhoben, die direkt an die Universitäten fließen und unter anderem direkt für Aufgaben an der Universität und Fahrkarten der Studierenden aufgewendet werden.

In Hochschulen wird einerseits wissenschaftliche Forschung betrieben und somit neues Wissen geschafft und auf der anderen Seite in der Lehre Wissen vermittelt. Als Studienabschlüsse werden seit der Bologna-Reform die Abschlüsse Bachelor und Master verliehen, die die vorher Verliehenen Abschlüsse Diplom und Master größtenteils ersetzen. 

Die drei wichtigsten Typen sind die Universität, Fachhochschule und duale Hochschule. 
Universitäten bieten eine große Auswahl an Fächern und außerdem sind staatliche Universitäten die einzigen Hochschulen mit Promotionsrecht. Im Vergleich zu Fachhochschulen sind sie häufig größer und stärker auf theoretische Studieninhalte ausgelegt. Forschung und Lehre nehmen dabei in der Regel einen gleich hohen Stellenwert ein. Als Zugangsvorrausetzung wird in aller Regel das Abitur benötigt.
Fachhochschulen (oft nur noch "Hochschule") bieten ihren Studierenden eine stärker praxisbezogene Ausbildung als Universitäten. Zum Studium gehören deswegen auch Praxissemester. Im Gegensatz zu Universitäten steht die Wissensvermittlung gegenüber der Lehre im Vordergrund. Ein Studium an einer Fachschule kann neben dem Abitur auch mit der Fachhochschulreife angetreten werden, häufig wird unabhängig von der erreichten Hochschulreife ein fachbezogenes Praktikum vorausgesetzt. 
Berufsakademien/ Duale Hochschulen bieten Studiengänge ausschließlich in Kooperationen mit Firmen an, in denen die Bewerber außerdem eine Ausbildung abschließen.

Eine besondere Rolle nehmen die Fernuniversitäten ein, die einen akademischen Abschluss im Fernstudium ermöglichen. In Deutschland existiert lediglich eine staatliche Fernuniversität, die Fernuniversität Hagen, an der Bachelor-, Master- und Diplomanschlüsse von zu Hause aus erworben werden können.