Das Studium der Sozialpädagogik

 

Verschiedene Begrifflichkeiten rund um die Soziale Arbeit

Zu den Studienrichtungen im sozialen Bereich hat sich eine Vielzahl von Begrifflichkeiten etabliert, die sich letztendlich nur in Details unterscheiden und im wesentlichen alle dieselben Berufsmöglichkeiten eröffnen. Für das klassische Arbeitsfeld der Untersuchung sozialer Probleme und die Erarbeitung von Lösungsansätzen ist die Sozialarbeit zuständig. Auch die persönliche und materielle Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen ist ein Arbeitsfeld der Sozialarbeit. Fachliche Überschneidungen gibt es zwischen der Sozialarbeit und der Psychologie und Soziologie. Die Sozialpädagogik als Spezialgebiet befasst sich mit Familienberatung und erzieherischen Aspekten in der Sozialarbeit. Staatliche Sozialleistungen und das Sozialversicherungssystem wiederum sind die Hauptthemen des Sozialwesens. Und wenn es um die Organisation und Finanzierung von sozialer Arbeit geht, kommt schließlich noch das Sozialmanagement ins Spiel.

Voraussetzungen für das Studium der Sozialpädagogik

Die Studienplätze für ein Sozialpädagogikstudium sind gefragt. Deswegen wurde an allen Hochschulen ein Numerus Clausus dafür eingeführt. Meist liegt der notwendige Notendurchschnitt zwischen 2,0 bis 2,5. An einigen Hochschulen ist ein noch besserer Notendurchschnitt gefragt. Ausreichend viele Wartesemester können trotz eines schlechteren Notendurchschnitts zum begehrten Studienplatz verhelfen. Neben dem NC haben einige Hochschulen weitere Auswahlkriterien wie die Zugehörigkeit zu einer Kirche oder vorhandenes soziales oder gesellschaftspolitisches Engagement. Auch eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem verwandten Bereich kann die Chancen auf einen Studienplatz erhöhen. Neben den formalen Voraussetzungen, sind auch einige persönliche Voraussetzungen für ein Studium der Sozialpädagogik nötig. Um später mit Menschen professionell arbeiten zu können, sollte man ein positives Menschenbild bereits mitbringen. Ein angehender Studierender der Sozialpädagogik muss ethisch mit Menschen umgehen und sie akzeptieren können auch wenn sie einer anderen Kultur angehören, sich anders verhalten oder problembehaftet sind. Auch die Fähigkeit Rückschläge aushalten zu können und eine gute Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden, ist wichtig für Studierende der Sozialpädagogik. Menschen mit einem Helfersyndrom sind bei diesem Studium fehl am Platze. Um professionell helfen zu können, ist Mitgefühl wichtig, Mitleid aber unangebracht. Auch eine flexible Geisteshaltung ist wichtig für ein Studium der Sozialpädagogik, da das Studium eher einen generellen Überblick und keine Spezialisierung vermittelt. Bis zum Studienende werden keine Weichen für ein bestimmtes Spezialgebiet gestellt, das erfolgt erst im Berufsleben nach dem Studium.

Inhalte des Studiums der Sozialpädagogik

Das Bachelorstudium Sozialpädagogik dauert in der Regel sechs Semester. An den meisten Hochschulen beginnt das Studium zum Wintersemester. In den ersten Semestern geht es meist um grundlegende Kenntnisse in den Fächern Sozialrecht, Grundlagen der Sozialisation und Geschichte der Sozialarbeit. Im weiteren Verlauf des Studiums geht es um spezielle Gebiete der Sozialpädagogik wie der Jugendhilfe und der frühkindlichen Pädagogik. Auch methodische Grundlagen und Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens sind wesentliche Studieninhalte. Daneben werden sozialpolitische Grundlagen, Ethik und ästhetische Bildung vermittelt. Je nach Hochschule und Schwerpunktsetzung sind auch die internationale und interkulturelle Soziale Arbeit Studieninhalte. Ganz wichtig für das Studium der Sozialpädagogik sind die studienbegleitenden Praktika, die den Praxisbezug der Ausbildung gewährleisten sollen. Einführungsveranstaltungen in verwandte Fachgebiete wie die Psychologie oder das Sozial- und Projektmanagement und Sprachkurse runden das Studium ab. Nach dem Bachelorabschluss ist es möglich noch vier Semester weiter zu studieren und den Masterabschluss zu machen. Mit dem Masterabschluss ist das Einschlagen einer wissenschaftlichen Laufbahn im Bereich der Sozialwissenschaften möglich. Auch eine Tätigkeit als Dozent ist mit dem Masterabschluss möglich.

Berufliche Möglichkeiten nach dem Studium

Die meisten studierten Sozialpädagogen arbeiten in öffentlichen kommunalen Einrichtungen. Auch in kirchlichen Einrichtungen und in Jugendverbänden bieten sich Einsatzgebiete für Sozialpädagogen. Wichtige Aufgaben der Sozialpädagogen sind die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit älteren Menschen. Jobs gibt es in der Schuldnerberatung, in der Wohnungslosenhilfe sowie in der Beratung und in der Arbeit mit behinderten Menschen. Auch in der Erwachsenenbildung können Sozialpädagogen tätig werden. Viele Sozialpädagogen arbeiten auch in Kinderheimen oder als Leiter von Kindertagesstätten.